Blu-Ray: Kick-Ass

Veröffentlicht am 11. November 2010

Ich hab kürzlich eine Comicverfilmung auf Blu-Ray geschaut, die so genial war, dass ich direkt hier darüber schreiben muss. Eigentlich hab ich sogar zwei Comic-Verfilmungen gesehen, auf die das zutrifft, aber ich fang jetzt erstmal mit einer an: Kick-Ass!

(Achtung, der nachfolgende Absatz spoilert leicht – ich erzähl grob das erste Drittel des Films nach, lass aber die meisten Details aus. Wer sich nichts vorwegnehmen will sollte unter dem Bild weiterlesen)

In Kick-Ass geht es um einen Typen, der sich irgendwann mal aus purer Langeweile überlegt: Warum will eigentlich niemand im echten Leben Superheld werden? Und daraufhin einen Taucheranzug ein bißchen verziert, sich Kick-Ass nennt und sich an’s Training seiner Superhelden-Fähigkeiten macht.

Das funktioniert alles eher suboptimal, trotzdem versucht er kurz darauf zwei Gangster vom Auto-Knacken abzuhalten. Auch das funktioniert eher suboptimal, und so landet er mit Knochenbrüchen und lebensgefährlichen Stichwunden im Krankenhaus. Die einzige halbwegs übermenschliche Fähigkeit, die er davonträgt: Dadurch, dass sein Skelett mit Schrauben und Platten stabilisiert werden musste und seine Nerven größtenteils zerstört sind, wird er deutlich schmerzunempfindlicher als ein normaler Mensch. Außerdem spricht ihn nach dem Krankenhausaufenthalt die Liebe seines Lebens an, die beiden verstehen sich super und er wird – obwohl er eigentlich hetero ist – ihr schwuler bester Freund.

Aber es wird noch abgedrehter: Seine große Liebe wird von einem Gangstertypen verfolgt, der einfach nicht locker lassen will. Trotz mehrfach bewiesener vollkommener Superhelden-Unfähigkeit macht sich Kick-Ass also auf den Weg in die Wohnung dieses Typen und wird dort überwältigt. Als er kurz davor ist, ermordet zu werden, taucht aus dem Nichts die Superheldin Hit-Girl auf und richtet ein Blutbad im besten Tarantino-Stil an. Hinter Hit-Girl verbirgt sich in elfjähriges, unfassbar abgebrühtes Mädchen. Und als Support hat sie ihren Vater dabei: Big Daddy

Kick-Ass und Hit Girl

Ab dann wird der Film immer krasser. Die Story ist vollkommen schräg und eigentlich anfangs auch witzig, im weiteren Verlauf des Films steht aber immer mehr stylische und extrem gewalttätige Action im Vordergrund. Als würde man 300, Kill Bill und Dark Knight in einen Mixer schmeissen und das Ergebnis auf Film bannen. Durch das Auftauchen von Superhelden-Nachahmern und dem energischen Widerstand des Obergangsters der Stadt wird die Geschichte immer spannender. Es ist schwer, den Film richtig zu beschreiben – fast jeder, der ihn gesehen hat, sagt danach: „Ich dachte das ist eher ein witziger Film“. Und ein Stück weit ist er das auch. Aber zum Ende hin wird er schleichend immer düsterer, bis er schließlich von der Atmosphäre her eher in die Kategorie Dark Knight oder ähnliches passt. Faszinierenderweise ist das aber so gut gemacht, dass einen dieser Übergang überhaupt nicht stört – ganz im Gegenteil. Ich fand der Film war einer der besten dieses Jahres.

Den Comic dazu kenn ich übrigens nicht. Ich hab ihn einmal durchgeblättert im Zeitschriftenladen, festgestellt dass die Story scheinbar sehr ähnlich verläuft, aber deutlich brutaler dargestellt wird, und ihn wieder zurückgelegt. Irgendwie hatte ich nicht den Eindruck dass der Comic in dem Fall mit dem Film mithalten kann, aber vielleicht täusch ich mich da auch.



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