Erste Schritte bei Google Plus

Veröffentlicht am 15. Juli 2011

Ich bin seit ein paar Tage auch bei Google Plus. Nachdem soviele davon erzählen und es als ernstzunehmenden Facebook-Konkurrenten beschrieben haben, war ich einfach zu neugierig, als dass ich es ignorieren könnte. Ich bin noch weit davon entfernt, alles an Google+ erforscht zu haben, aber hier mal mein erster Eindruck:

Einen Google+ Account bekommen

Einen Google+ Account zu bekommen ist zunächst mal gar nicht so leicht, wie man denkt. Da Google+ noch Beta ist, braucht man eine Einladung von jemandem, der es schon hat. Ein paar Tage lang hatte Google dann wohl auch noch die Invites gesperrt, aber dann konnte mich zum Glück der Herr Hajda („Sag was!“) einladen.

Wenn man einen Google Account hat, ist das mit der Google+ Anmeldung dann auch kein großes Problem: In der schwarzen Menü-Leiste auf den verschiedenen Googleseiten erscheint ganz links aussen das neue Google+-Menü. Klickt man da drauf, landet man in seinem Stream (entspricht dem Facebook-Newsfeed). Von dort kommt man zu allen Funktionen von Google+:

  • Dem eigenen Profil, das mit ein paar Infos und einem Foto ausgefüllt werden will
  • Dem Foto-Menü, in dem man Bilder der Freunde anschaut und die eigenen freigibt
  • Und dem Circles-Menü, dem nicht ganz so revolutionären Hauptunterschied zu Facebook
Aber eins nach dem anderen:

Das Profil

Das Profil bietet die Standards… Wer bin ich, was mache ich, wo wohne ich. Der große Unterschied zu Facebook? Man kann anderen nicht über ihr Profil auf die Pinnwand schreiben. Und es sieht leicht anders aus. Ansonsten gibt es hier keine großen Unterschiede zwischen Facebook und Google+.

Google+ 1 : 1 Facebook

Die Fotos auf Google+

Einer meiner ersten Gedanken bei Google+ war: „Wow, die legen ja nen ziemlichen Fokus auf Fotos“. Mittlerweile muss ich sagen: Das kann man alles auch bei Facebook machen. Aber was Google+ hier besonders macht, und deswegen ist es mir auch so aufgefallen: Ich nutze die Picasa Webalben. Und da das auch ein Google-Dienst ist, waren alle meine Alben von Picasa sofort auch bei Google+ verfügbar und ich konnte sie individuell freigeben. Sehr praktisch, wenn man Picasa nutzt. Ansonsten wahrscheinlich egal.

Eine Besonderheit der App für’s Smartphone: Man kann dort einstellen, dass alle mit dem Smartphone gemachten Fotos automatisch in ein privates Album hochgeladen werden, so dass man sie später leichter freigeben kann. Wäre sicher ein tolles Feature, wenn mein Smartphone auch nur ansatzweise vernünftige Fotos zustande bekommen würde. Tut es aber leider nicht.
Insgesamt würde ich sagen, hier sind Google+ und Facebook auch gleichwertig.

Google+ 2 : 2 Facebook

Die Circles

Das groß angepriesene Highlight-Feature: Die Google+ Circles. Das sind vom Prinzip her bestimmte Kreise von Menschen, mit denen man unterschiedlich kommuniziert – standardmäßig gibt es hier „Freunde“, „Bekannte“, „Familie“ und „nur folgen“. Man kann aber beliebige Circles selbst definieren und anlegen. Dann kriegt man auch „Kollegen“, „Kommilitonen“ oder die Sportgruppe unter. Wenn man die Circles dann so festgelegt hat, wie man gerne möchte, zieht man einfach die Personen in die jeweils passenden Circles. Dafür müssen die nichtmal bei Google+ angemeldet sein, man kann auch E-Mail-Kontakte in Circles ziehen. Außerdem können Leute auch in mehrere Circles gezogen werden – spricht ja nichts dagegen das Kollegen auch Freunde sind. Aber halt vielleicht nicht alle aus der 2.500-Mitarbeiter-Firma.

Wenn man einen Beitrag schreibt, dann wählt man einfach aus welche Circles den sehen sollen. Und wenn man im Stream ist und die News der Freunde liest, kann man im Menü links bequem zwischen den verschiedenen Circles umschalten. Dann sieht man nur noch die Nachrichten des aktivierten Circles. So trennt man ziemlich scharf zwischen den verschiedenen Kontaktgruppen.

Jetzt kann man zu recht sagen, das lässt sich alles in Facebook mit Gruppen und Freundeslisten usw. genauso regeln. Und das stimmt auch. Es ist dort nur einfach nicht so präsent. Und wenn man vom normalen Nutzer ausgeht, der sich nicht damit beschäftigt, helfen die Circles schon, die Kommunikation zu steuern. Trotzdem muss man auch hier sagen: Google+ ist zwar leicht vorne, aber die Funktionen sind in Facebook auch vorhanden. Ich hab sogar mal einen Beitrag dazu geschrieben, wie man die Kommunikation auf Facebook entsprechend kontrollieren kann. Soviel mehr Arbeit macht das auch nicht.

Google+ 3 : 2,5 Facebook

Die Kommunikation

Klingt erstmal ungewöhnlich für ein Social Network, aber Google+ hat kein Nachrichtensystem. Man kann höchstens Status-Updates an nur eine Person schicken – das kommt einer Nachricht am nächsten. Aber: Mit Google-Account hat man ja für gewöhnlich auch ein Google Mail Konto – und das kann ja genauso Nachrichten verschicken. Und man kann aktivieren, dass einem andere aus Google+ direkt E-Mails schicken können. Und ein Chat ist vorhanden. Die Möglichkeiten sind alle da. Trotzdem hat hier Facebook die Nase vorn, weil es bei Google+ einfach umständlicher ist, jemanden zu kontaktieren.

Google+ 3,5 : 3,5 Facebook

Mein erstes Fazit

Unentschieden. Ehrlich gesagt find ich es im Moment schwer zu sagen, welches der Netzwerke ich besser finde. Irgendwo hab ich gelesen „Der größte Vorteil von Google+ zu Facebook ist, dass es nicht Facebook ist“. Da steckt wahrscheinlich mehr Wahrheit drin als man zunächst meint. Aber ob man deswegen von Datensammler A zu Datensammler B wechseln sollte?

Im Prinzip sind die Grundfunktionen der Netzwerke ähnlich. Facebook punktet bei der direkteren Kommunikation, Google+ bietet von Haus aus die bessere Gruppen-Verwaltung in Form der Circles an. Ein gravierender Nachteil zur Zeit ist, dass auf Google+ einfach noch fast nichts los ist. Sehr wenige Leute haben es, noch weniger nutzen es und im Endeffekt experimentiert jeder noch damit rum. Bleibt abzuwarten, wie sich das entwickelt, wenn Google+ mal offen für alle ist. Bis dahin werd ich erstmal hauptsächlich bei Facebook bleiben.



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