Graphic Novel: American Vampire

Veröffentlicht am 3. Dezember 2010

Ich hab kürzlich einen Comic geschenkt bekommen, von dem ich vorher noch nie gehört hatte: American Vampire.
Vampire als Thema find ich zur Zeit dank Twilight und ähnlichen Schnulzen eher kritisch, aber der Comic wirbt damit das Bild der Vampire wieder zurechtzurücken – und aus Ihnen wieder die Monster zu machen, die sie sind. Grund genug also, das Buch genauer unter die Lupe zu nehmen!

Die deutsche Ausgabe von „American Vampire“

Geschrieben von Scott Snyder und Stephen King, gezeichnet von Rafael Albuquereque – das klingt ja schon mal vielversprechend. Zumindest wenn man mit den Namen etwas anfangen kann – aber zumindest Stephen King dürfte jedem ein Begriff sein. Beim ersten Durchblättern sticht einem der düstere Stil und ein hoher Gewaltgrad ins Auge. Das Buch ist ziemlich dick und sieht hochwertig aus – macht sich also gut im Bücherregal. Enthalten sind die fünf Bände der amerikanischen Vorlage, die zusammen eine abgeschlossene Geschichte bilden.

Die Geschichte von American Vampire

Die Geschichte spielt in drei Zeiten: Wilder Westen, Amerika zu Beginn des 20. Jahrhunderts und gegen 1930. In allen Zeiten geht es um die Machenschaften von Skinner Sweet, seines Zeichens ehemaliger Anführer einer Gangster-Bande im Wilden Westen und erster Vampir, der auf amerikanischem Boden gezeugt wurde. Dadurch ist er laut Story die Evolution der europäischen Vampire: Er kann im Gegensatz zu den klassischen Vampiren auch in direktem Sonnenlicht überleben.

Es werden in jedem Kapitel immer zwei kurze Geschichten erzählt: Eine im Wilden Westen ab 1880 bis 1909 von Stephen King und eine 1925 von Scott Snyder. Die kurzen Geschichten werden umrahmt von einer Geschichte, in der ein Autor aus seinem Bestseller-Buch „Bad Blood“ vorliest. Der Autor hat die Geschichte von Skinner Sweet im Wilden Westen miterlebt und das Buch „Bad Blood“ ist eine Nacherzählung davon. Gleichzeitig wird Skinner Sweet in dieser Zeit wieder aktiver. Es klingt etwas wirr, fügt sich aber nach und nach alles zusammen.

Im Wilden Westen erwartet einen ein Horror-Western Abenteuer voller Schießereien, Banküberfälle und skrupellose Geschäftsmänner. Hier steht der Konflikt zwischen Skinner Sweet und James Book von den Pinkertons im Vordergrund.

1925 dreht sich alles um das aufstrebende Filmgeschäft und die Leiden der jungen Darsteller – wobei das Leiden hier viel wörtlicher zu verstehen ist als die ansonsten typische Geldnot. Hier geht es um Freundschaft, Verrat und falsche Versprechungen.

Die Brücke zwischen den Geschichten ist Skinner Sweet: Dessen Vampirwerdung und Taten bilden den roten Faden des Buchs.

Meine Meinung zu „American Vampire“

Ich fand den Comic überraschend gut. Er ist spannend erzählt und knallhart gezeichnet. Und die Vampire sind tatsächlich wieder brutale Monster – wenn auch teilweise mit sehr menschlichen Seiten. Aber vor allem macht „American Vampire“ Lust auf mehr – eine Fortsetzung wurde zum Glück schon angekündigt. Die soll dann 1930 und im zweiten Weltkrieg spielen. Ich hoffe ich muss nicht allzu lange warten…



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