Im Kino: Remember Me

Veröffentlicht am 4. April 2010

Ich habe mir gestern „Remember Me“ im Kino angesehen, der den meisten Leuten wahrscheinlich einfach nur als neuer Film von Robert Pattinson was sagt. Ja, das ist Edward aus Twilight. Damit dürfte der Film 95 Prozent der männlichen Zuschauer direkt abschrecken und etliche Frauen ohne weiteres Vorwissen in die Kinos ziehen. Was das anwesende Kinopublikum übrigens bestätigt hat, wenn man mal den Kopf durch die Reihen hat schweifen lassen. Ich glaube aber, einen anderen Mann habe ich irgendwo mal gehen gesehen. Was tragisch ist, weil der Film mit Twilight eigentlich gar nichts am Hut hat und definitv getrennt davon betrachtet werden sollte. Und eigentlich auch recht gut ist.

Im Film geht es um einen Typen namens Tyler, der mit einem Kumpel in einer WG wohnt und so mehr oder weniger gerade beginnt, zu studieren. So richtig sicher ist er sich noch nicht. Er rebelliert gerade gegen alles und jeden (vor allem seinen Vater), was ihm zu Beginn des Films eine Auseinandersetzung mit den Cops und einen Gefängnisaufenthalt verschafft. Der Cop wiederum hat eine hübsche Tochter, die er über alles liebt. Und so kommt Tyler auf die Idee, die Tochter zu verführen und sich so an dem Cop zu rächen. Wodurch die Geschichte ihren Lauf nimmt. Irgendwo ist eine Mischung aus Love-Story und Familiendrama.

Dazu muss man aber sagen: Die Charaktere sind nicht einfach irgendwelche Stereotypen à la rebellischer Jugendlicher und hübsches Töchterchen, sonder haben alle einen ausgearbeiteten (und tragischen) Hintergrund, der ihr Handeln bestimmt. Während die Geschichte gerade zu Beginn recht wirr erzählt wird und erst langsam an Fahrt aufnimmt, fand ich die Charaktere alle sehr überzeugend. Ich mag es ja, wenn sich Konflikte aus der Verschiedenartigkeit der Akteure ergeben, und nicht einfach aus heiterem Himmel wie so oft in Hollywood. Um es gleich (spoilerfrei) vorwegzunehmen: Das Ende fand ich passt in dem Kontext dann wieder nicht wirklich zum Rest des Films. Es unterstreicht zwar sicher irgendwo die Botschaft des Ganzen, kommt aber sehr unerwartet daher.

Ich kann also allen Twilight-Verschreckten Entwarnung geben: Der Film ist allen Vorurteilen gegenüber Robert Pattinson zum Trotz wirklich gelungen. Vor allem die Charaktere fand ich überzeugend umgesetzt. Kein absolutes Muss, aber auf jeden Fall ein Kann. Wenn man ein Drama sehen möchte.

Und zum Abschluß hier noch der deutsche Trailer:



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