Watchmen

Veröffentlicht am 10. März 2009

Ich war diesen Samstag tatsächlich mal wieder im Kino, um mir die neueste Comic-Verfilmung von „300“-Regisseur Zack Snyder anzusehen: „Watchmen“. Ich versuch mal, meine Meinung dazu ohne irgendwelche Spoiler wiederzugeben 😉

Die Vorlage zu diesem Film ist eine 12-teilige Graphic Novel (im Prinzip ein Comic, klingt aber erwachsener). Diese erschien 1986/87 und schaffte es als einzige Comicbuchreihe in die Liste der 100 besten Romane seit 1923 des „Time Magazine“. Klar, das die Reihe absoluten Kultstatus unter Comic-Fans besitzt. Ich muss zugeben, ich hatte davor noch nie was davon gehört, konnte den Film also vollkommen ohne Erwartungshaltung genießen.

Um es kurz zu machen: Der Film ist absolut sehenswert. Er ist sehr düster, bisweilen stark gewalttätig, aber er lebt mehr von der Geschichte als von den Effekten (was man von 300 nicht behaupten konnte, ohne den jetzt schlechtzureden). Die Watchmen sind, hart ausgedrückt, eine Vereinigung maskierter Vigilanten – also das, was man klassisch als Superheldengruppe bezeichnen würde. In der Geschichte sind sie die indirekte Nachfolgeorganisation der sogenannten „Minuteman“, eine Gruppe, die beschlossen hat, Recht und Gesetz in die eigene Hand zu nehmen, und fortan als maskierte Heldentruppe gegen Kriminelle und Psychopathen angetreten ist.

Der Film spielt in einer Parallelwelt, in der Nixon immer noch Präsident der USA ist, der Kalte Krieg in einer heißen Phase ist und die USA den Vietnamkrieg dank zweier Mitglieder der Watchmen gewonnen haben. Aus Bedenken gegen die Macht so einer Superhelden-Vereinigung wurde aber ein Gesetz erlassen, das diese verbietet. Und so sind die meisten der ehemaligen Mitglieder der Gruppe im Ruhestand.

Auslöser der Geschichte ist der Mord an dem Comedian, ein auf den ersten Blick hochdekorierter Muskelprotz, der aber auf den zweiten Blick durchaus scharfsinnig ist. Der Einfachheit halber und um nicht allzu viel schreiben zu müssen hier der Trailer, der die Geschichte ein bisschen anreißt:

Natürlich verbirgt sich hinter dem Mord mehr, als auf den ersten Blick ersichtlich ist, aber mehr wird hier nicht verraten. Während die Geschichte dem Hauptplot folgt, lernt man nebenbei die Probleme, Erfahrungen und Einstellungen der verschiedenen Watchmen kennen. Der Film beschäftigt sich explizit mit der Frage, wie eine Welt aussehen würde, in der normale Menschen (mal von „Übermensch“ Dr. Manhattan abgesehen) mit all ihren Fehlern und Schwächen plötzlich anfangen Masken zu tragen und Recht und Ordnung in die Hand zu nehmen. Bei Dr. Manhattan geht es mehr darum, wie ein Mensch damit umgehen würde, Superkräfte zu erhalten. Die Ergebnisse dieses Gedankenspiels sind nachvollziehbar, überzeugend und oft erschreckend.

„Watchmen“ ist ein sehr interessanter, spannender und tiefgründiger Film für Jeden, der Superhelden mal nicht als strahlendeÜbermenschen, sondern als vielschichtige Charaktere sehen möchte.



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